Bennos Vater wollte mir nichts glauben

Posted in Daniel on Juli 19th, 2009 by vermisst

Bennos Vater wollte mir nichts von dem glauben, was ich ihm erzählt hab. Es ist sein Fehler. Er hat Benno misstraut. Aber heute, hat er gesagt, wollte er darüber nicht mir reden. Er hat seinen Kopf gedreht und mich angekuckt. Bennos Vater hat eine Brille mit schwerem Horngestell. Der untere Teil der Linse ist stark vergrössernd. Seine Augen sehen ziemlich gestört aus, wenn er ein bisschen von oben kuckt. Seine nächsten Worte waren: Ich habe eine Nachricht von Benno für dich. Ich schreib hier mal Wort für Wort was gesagt hat. „Ich habe meinen Kalender vergessen. Bring ihn mir, Daniel.“ Bennos Vater hat mich mit einem Blick angesehen, als würde er ein Gleichnis aus der Bibel zitieren. Ich war sprachlos. Er wollte wissen ob es um den kleinen Taschenkalender, den Benno als Notizbuch benutzt, geht. Ob ich weiss welcher Kalender gemeint ist. Langsam hat er angefangen sich zu wiederholen und ich hab ihn gebeten mich aussteigen zu lassen. Er hat mich ziemlich entgeistert angesehen und meinen Arm gepackt. Dann hat er die Tür aufgemacht und mich gehen lassen. Anita hat mir geschrieben. Das war die SMS, die ich gestern während dem Schreiben bekommen habe. Rainer, Bennos Vater ist mit einem Nervenzusammenbruch ins Krankenhaus eingeliefert wurden. Seit seiner Ankunft dort wiederholt er immer wieder dieselben beiden Sätze.

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Ich war gestern noch auf dem Spielplatz

Posted in Daniel on Juli 18th, 2009 by vermisst

Ich war gestern noch auf dem Spielplatz wo wir uns immer treffen weil Linus mir vielleicht doch seine Kamera leihen will. Seine Mutter darf halt einfach nichts mitkriegen. Aber ehrlich gesagt ist das grade mein kleinstes Problem. Als ich vom Spielplatz nach Hause gegangen und in unsere Strasse wollte, hab ich mich gleich komisch gefühlt. Ich nehm immer eine Abkürzung durch den alten Park. Dort stinkts nach Pisse und getrockneten Hundehaufen. Ausser ab und zu einem Penner geht dort niemand freiwillig lang. Als ich grade einbiegen wollte hab ich ihn gesehen. Er hat mich gefragt ob ich kurz mitkommen kann und die Autotür aufgemacht. Als er dann losgefahren ist hatte ich keine Ahnung wo Bennos Vater mit mir hinwill. Aber ich wusste das er ein grosses Messer in seinem Handschuhfach hat. Er arbeitet in einer Schreinerei. Das Messer hat er für sein zehnjähriges Jubiläum in der Firma bekommen. Waffen wollte er aber nie im Haus. Deshalb hat er’s irgendwann in der Schublade deponiert. Auf dem Parkplatz vor einer Grillhütte hat er angehalten. Benno hat dort seinen 18. Geburtstag gefeiert hat er gesagt und gestöhnt als würde er gleich zusammenbrechen. Ich hab echt Schiss bekommen. Er ist letztes Jahr zum erstenmal ausgetickt und jetzt, wo ich von Anita erfahren habe, das er auch in seiner Jugend psychische Probleme hatte, wurde ich wirklich unsicher. Ich wollte grade die Tür aufmachen, als die Knöpfe einrasteten. Moment hat er gesagt.

Sorry, hab grad ne SMS gekriegt. Ist sauwichtig. Ich schreib euch später was passiert ist.

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Patrick kifft wie bescheuert.

Posted in Daniel on Juli 17th, 2009 by vermisst

Patrick ist bei seinen Eltern rausgeflogen und zu seiner Oma gezogen. Aber meistens hängt er jetzt bei Denny und den anderen rum. Irgendwelche Leute, die er und Benno schon lange kennen. Ich kiff schon auch ab und zu, aber nicht jeden Tag. Patrick hat verkackt und mir nichts davon gesagt. Das macht mich sauer. Sie haben ihn durchfallen lassen. Er stand in den Hauptfächern schon immer schlecht, aber ich hab gedacht, dass er die Vier noch schafft. Irgendwie ist der Streit zuhause eskaliert und seine Stiefmutter hat ihn rausgeschmissen. Dennys Eltern sind lockrer. Sie haben kein Problem, das seine Freunde jeden Abend bis mindestens Elf in seinem Zimmer rumhängen. Patrick hätte auch bei mir pennen können, aber er hat mich nichtmal angerufen, um mir was zu sagen. Okay in letzter Zeit warn bisschen Funkstille zwischen uns, Das lag sicher auch an mir, weil ich oft im Web bin. Ich wollte wegen dem Handy-Video mit ihm reden. Da hat er sich ewig nicht gemeldet. Als ich ihn heut gesehen hab, war er total verplant. Hat ihn nicht interessiert. Wir haben Stress bekommen. Er hat gesagt er findet die ganze Aktion im Internet mit dem Blog peinlich. Das hat mich echt auf 180 gebracht. Rumhängen und sich selbst bemitleiden ist ja wohl noch armseliger. Vielleicht bin ich aber auch wirklich gestört. Keine Ahnung. Was meint ihr?

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Mein Vater schreit immer so auf dem Fussballplatz

Posted in Daniel on Juli 16th, 2009 by vermisst

Ich war seit vier Jahren nicht mehr bei meinem Vater. Er wohnt in einer kleinen Wohnung in der Stadt. Zwei Zimmer, aber nur das Wohnzimmer und die Küche sind eingerichtet. In seinem Schlafzimmer steht ein Bett und ein paar Kartons in der Ecke hinter der Tür. Er kann nicht laut sprechen. Vor ein paar Wochen wurde er an den Stimmbändern operiert. Knötchen, wahrscheinlich vom Schreien auf dem Fussballplatz. Fussball war immer sein Ding. Seit er damals den Stich im Knie hatte kann er nicht mehr selbst spielen. Hab ich euch ja erzählt. Das hat ihn auch seine Profi-Karriere gekostet. Kurz danach hat er angefangen Mannschaften zu trainieren und ist schon in die Regionalliga gekommen. Das Geld nebenbei ist nicht schlecht, aber wenn er wollte könnte er in der Karton-Fabrik mehr verdienen. Sagt er auch selbst. Deswegen macht er glaub ich nicht Trainer. Mit seiner Freundin, mit der er im Urlaub war aus dem er mir die Karte geschickt hat, über die sich meine Mutter so aufgeregt hat, ist schon wieder Schluss. Zuerst haben wir nicht soviel gesagt. Manchmal weiss er nicht so genau worüber er mit mir reden soll. Wir interessieren uns einfach für total unterschiedliche Dinge. Mir ist Fussball egal und der einzige Computer, mit dem er zu tun hat ist der Bankautomat. Das Benno weg ist und ich das nicht akzeptieren will, aber das es irgendwie ausser Bennos Eltern und Patrick im Moment keinen so richtig interessiert hat er verstanden. Als er 27 war ist sein bester Kumpel an einem Herzinfarkt gestorben. Ich war dabei als er damals an einem Sonntag den Anruf gekriegt hat. Eine der ersten Sachen an die ich mich erinnere. Er hat gesagt, das es nirgendwo hinführen wird. Das es nichts daran ändern wird, das er weg ist. Es ist unrealistisch ihn zu finden. Aber er würde es wahrscheinlich genauso machen. Deshalb will er mir helfen. Aber nur, wenn nach dieser Fahrt nach Hamburg Schluss damit ist. Er wollte, dass ich ihm darauf die Hand gebe und das hab ich gemacht. Komisches Gefühl. Heute habe ich zum ersten Mal mit meinem Vater ein Bier getrunken.

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Bennos Vater ist früher auch mal verschwunden

Posted in Daniel on Juli 15th, 2009 by vermisst

Ich hab gestern Bennos Mutter Anita besucht, weil ich ihr ein paar Bilder zrückgebracht hab, die ich für den Blog verwenden will. Vor kurzem hab ich ihr mal von dem Video auf meinem Handy erzählt. Sie hat vorher nie danach gefragt, aber heute Nachmittag wollte sies unbedingt sehen. Patrick hats am Freitag, einer der letzten Freitag-Abende an denen wir zusammen waren, aufgenommen. Hab ich ja schon mal geschrieben. Wir hatten Streit, Benno steigt aus knallt die Tür zu und geht davon. Stimmungsmässig hatte er sich in letzter Zeit echt n bisschn verändert. Anita sagt, das es an der Gesundheit seines Vaters lag. Sie hatten oft Streit. Rainer, hat sie gesagt, war sehr argwöhnisch und hat seine ganze Paranoia auf Benno gerichtet. Wie schlimms mit Rainers Psyche stand, wussten sie damals einfach noch nicht. Anita geht’s nicht gut. Sie findet mittlerweile, dass Rainer Benno regelrecht rausgedrängt hat. Und dazu kommt, das Bennos Vater selbst schon mal was ähnliches gemacht hat. Als er ein junger Mann war ist er eines Tages nach seiner Ausbildung einfach für zwei Jahre verschwunden. Sie hat es Benno nie erzählt. Zuerst hat sie mit ihm Schluss gemacht, aber als er wieder da war hat sie sich wieder in ihn verliebt und sie haben geheiratet. Warum er damals abgehauen ist, hat er ihr nie genau gesagt, aber sie vermutet, dass es ein erster Schub „Paranoia“ war. Und sie hat Angst, dass es bei Benno genau das sein könnte. Inzwischen hat sie alle Musikmagazine in Bennos Zimmer gelesen und rausgefunden, das er gern die Musik von einem Typen namens Daniel Johnston gehört hat. Ein Schizophrener Folk-Musiker aus Amerika. Sie hat Angst, das Benno denkt, das er verrückt ist und wirklich nicht gesund. Ich hab ihr gesagt, das ich das für totalen Schwachsinn halt. Über Benno kann man viel sagen, aber so ist er einfach nicht drauf. Er konnte immer gut erklären, was bei ihm zuhause grade los ist, aber er hat das nicht so nah an sich rangelassen. Nein, wenn dann ist das irgendwas anderes. Irgendein Grund, den ich noch nicht checke, aber Benno ist der klarste Kopf den ich kenn. Ich hoff ich konnt sie damit ein bisschen beruhigen, aber wie gesagt, es geht ihr grade echt nicht gut.

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Horrorgeschichte auf der myspaceseite gefunden

Posted in Daniel on Juli 14th, 2009 by vermisst

Hab mir noch mal die Myspace Seite angekuckt. Der Katzenkopf hat irgendwann zugegeben, das er sie selbst angelegt hat.  Wie sollte das auch anders sein. Er hat sie vorletzte Woche hochgeladen. Mieser Witz, aber ich muss Henry eins lassen. Auch wenn ich ihn Katzenkopf nenne. Er ist kein totales Arschloch. Aber ein bisschen schon. Er hat mir eine e-mail geschrieben mit den Zugangsdaten für die Myspace-Seite. Vielleicht hilft sie ja jemanden zu finden, der Benno gesehen hat, meinte er. Wenn ich einfach zurückverlinke von Myspace auf den Blog sehen mich mehr Leute. Hätt er mir auch gleich sagen können. Dann hätten wir uns ein bisschen was erspart.

http://www.myspace.com/bennoklein

Als wir die Songs, von denen ein Paar auf Myspace sind, vor einem Jahr bei mir aufgenommen haben, hat Benno von Computer soviel Ahnung wie ich von rythmischer Sportgymnastik

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Hänsel war Schliesser im Jugendknast und raucht Nuttenstengel

Posted in Daniel on Juli 13th, 2009 by vermisst

Ich hatte heute nach der dritten Stunde Schluss. In der Schule ist nich mehr viel los. Herr Bruno hat wirklich einen Gut bei mir. Er hat mir die Zwei gegeben. Deshalb die gute Nachricht: Ich habs geschafft. Ich hab die drei und ich wird auf sicher in die 11. kommen. Bin vorhin zu meinem Vater in die Karton-Fabrik gegangen und hab einen Personalbogen ausgefüllt. Ich werd Verpackungen in einer Maschine einlegen. 8 Stunden jeden Tag. Ziemlich monoton und ziemlich laut. Bringt aber richtig Asche. 17 € die Stunde. Ich musste kurz am Empfang warten und dabei hab ich Herr Hänsel getroffen. Genau wie mein Vater ist er auch einer der Maschinenführer. Vielleicht komm ich an seine Maschine. Er hat mir ne Cola gegeben und mich nach der Schule gefragt, während er dabei einer seiner Eve-Zigaretten  geraucht hat. Seine Kollegen machen immer Witze und nennen sie Nutten-Stengel, weil es eigentlich Frauen-Kippen sind. Hänsel war früher mal Schliesser im Jugendknast und hat seine eigene Meinung zur Erziehung von Jugendlichen. Generell ist er der Ansicht, dass es alle viel zu gut haben. Meinem Vater hab ich bis jetzt nur erzählt, dass ich einen Kumpel in Hamburg besuchen will. Prinzipiell findet ers gut, das sich selbst arbeiten will, um mir das zu finanzieren. Normalerweise muss man ein paar Wochen warten, bevor man einen Anruf vom Personalbüro kriegt, aber mein Vater kennt die Frauen dort und natürlich seinen Vorarbeiter, Herr Vikari. Deswegen werd ich nächste Woche Mittwoch meinen ersten Arbeitstag haben. Und zwar um 6. Es gibt drei Schichten. Von 6 bis 14, von 14 bis 22 und von 22 bis 6 Uhr. Jede Woche wird durchgewechselt. Mein Vater hat vorgeschlagen, dass ich einen Monat arbeiten soll. Aber ich weiss noch nicht, ob das geht.

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Tupperpartys und Kopfnüsse

Posted in Daniel on Juli 12th, 2009 by vermisst

Ich war heute mit meiner Mutter unterwegs. Wir sind mit dem Zug raus aus der Stadt zu Bärbel gefahren, einer Freundin meiner Mutter. Sie wohnt in einem Dorf und hat ein Geschäft für Sprudelbad-Anlagen. Früher hat sie mal Tupper-Ware verkauft und zusammen mit meiner Tupper-Partys veranstaltet. Das sind die Plastik-Schüsseln, die so hässlich sind, die viele Mütter aber unglaublich praktisch finden. Ich mag Bärbel. Sie ist ziemlich gechillt unterwegs und vergisst nie mir was zum Geburtstag zu schenken. Weil meine Mutter diese ganze Aktion heute Morgen spontan angesagt hat, hab ich schon geahnt was kommt. Sie wollte mit mir ein Mutter-Sohn Gespräch führen. Ich will nicht so arschig rüberkommen. Ich mag meine Mutter. Sie ist der wichtigste Mensch und ich weiss, dass sie sich immer um mich gekümmert hat. Trotzdem könnte sie jetzt mal ein bisschen lockrer werden. Diese Art Gespräch ham wir im letzten Jahr ein paar Mal geführt. Sie spricht dann immer ganz langsam als hätt ich Löcher im Gehirn und würde sie nicht verstehen. Dann sagt sie in der Regel, dass es nicht immer einfach ist und dass wir als Team zusammen halten müssen. Henrys Mutter hat angerufen, war ihr erster Satz. Doch dann hat sie mich wirklich überrascht. Sie hätt sich das zwar anders gewünscht, aber sie kann verstehen, dass ich dem Katzenkopf eine Kopfnuss gegeben hab. Sie musste sogar lachen. Anschliessend hat sie das Thema nicht mehr erwähnt. Als wir bei Bärbel waren sind wir Pizza essen gegangen und sie hat mir 100 € geschenkt, weil sie gut findet, dass ich mit der Schule weitermache. Und weil sie weiss, das ich einen neuen Kühler für meinen Computer brauch. Meiner brummt bei dem schwülen Wetter wien Rasenmäher.
Bärbel verkauft viele ihrer Sprudelbäder übers Internet. Ich hab ihr damals geholfen ihre Seite an den Start zu bringen. Seitdem kennt sie sich mit dem Netz aus. Sie hat mich auf den Blog angesprochen, ob ich das ernst mein und so. Denn sie hat mitbekommen, das Benno abgehauen ist. Das hat sie ziemlich getroffen, weil sie in ihrer Familie als sie klein war auch son Fall hatte. Meine Leitung war heute n bisschen lang. Ich hab noch ein paar Minuten gebraucht, bevor ich gerafft hab, das dieses Gespräch der Grund war warum wir Tante Bärbel heute besucht haben. Hat mich nicht gestört. Ich hab ihr gesagt, dass ich auf jeden Fall entschlossen bin einen Versuch zu unternehmen und nach Hamburg zu fahren. Weil es das Foto gibt, weil Bennos Onkel dort lebt und komischerweise Patrick kennt obwohl er nie hier bei uns war und ganz einfach, um meinen Teil getan zu haben. Das hat sie glaub ich irgendwie verstanden. Meinen Vater hab ich nicht erwähnt. Das kommt morgen.

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Mein Vater war mal Fussball-Profi

Posted in Daniel on Juli 11th, 2009 by vermisst

Mein Vater war mal Fussball-Profi. Ersatztorwart und alle sagen er hatte gute Chancen der 1.Torwart zu werden. Bis er eines Tages im Schwimmbad auf eine Wespe getreten ist. Ich war dabei und stand neben ihm. Aus Wut hat er gleich noch mal draufgetreten, um die Wespe zu töten. Davon hat er sich nie wieder erholt. Das Vieh hatte irgendwelche Bakterien in sich, von denen sich die Sehnen in seinem Knie entzündet haben. Sein Knie wurde rot und dick. Aber weil ers unbedingt schaffen wollte hat er einfach weiter trainiert, bis es so schlimm war, das er es nicht mehr beugen konnte. Da war seine Karriere vorbei. Er hat nachträglich eine Ausbildung zum Mechaniker gemacht und arbeitet seitdem in der Fabrik. Nebenbei ist er Trainer. Mich hat Fussball ehrlich gesagt noch nie so richtig interessiert. Irgendwann hatte er immer weniger Zeit für meine Mutter und mich. Den Hundesalon fand er immer eine blöde Idee, weil so was nicht genug Geld abwerfen würde. Kann man ja auch nicht ganz leugnen, obwohls meiner Mutter eben einfach Spass macht. Ein paar Monate nachdem ich in die Schule gekommen bin, hatten meine Eltern einen langen Streit über mehrere Tage. Dazwischen bei den Mahlzeiten und beim fernsehen waren sie still. Als ich dann eines Tages von der Schule gekommen bin war mein Vater nicht mehr da. Er hat sie blockiert hat meine Mutter damals oft gesagt. Eine Zeitlang hat er sich auch für mich nicht interessiert. Ich hab ihn mal mit anderen Frauen in der Stadt gesehen und das war mir ziemlich peinlich. Einmal hab ich so getan, als würde ich ihn nicht sehen. Aber so seit einem Jahr ruft er mich ab und zu an oder schreibt Karten aus dem Urlaub. Ich erwähns in der Regel nicht, weil sie dann immer traurig wird. Heute zum Beispiel hat sich mein Vater gemeldet und gesagt, dass ich in der Fabrik vorbeikommen soll, damit ich einen Personalbogen für den Job ausfülle. Das muss ich ihr jetzt beibringen.

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Mutter Katzenkopf hat mich rausgeschmissen

Posted in Daniel on Juli 10th, 2009 by vermisst

Hab gestern im Tip-Kick Halbfinale gegen den Katzenkopf verloren. Henrys Mutter arbeitet auch in der Karton-Fabrik wie mein Vater. Deswegen macht sie manchmal auch so komische Andeutungen. Sie hat mich zu so einer Art Konkurrenten für Henry aufgebaut und vergleicht uns immer miteinander. Keine Ahnung was genau für ein Problem sie eigentlich mit meinem Vater hat. Henry hat seinen Sieg genossen. Obwohl er unfair gespielt hat, wars mir total egal. Bis er angefangen hat Witze zu machen über den Blog und das Benno wahrscheinlich drogensüchtig irgendwo rumliegt. Ich hab ihm gesagt, das er die Klappe halten soll. Linus hat wie gestört mit seiner neuen Kamera gefilmt und Markus hat sich an seiner Cola festgehalten. Obwohl er so gross und stark aussieht wird er bei jeder Streiterei nervös. Ich hab keinen Bock mehr gehabt und wollte gehen, als er echt sagt, Vielleicht hat Bennos Vater ihn ja umgebracht und in Stücke zerhackt. Jedenfalls hat der gestrige Abend damit geendet, dass Mutter Katzenkopf mich rausgeschmissen hat und heute wegen meinem Verhalten mit meiner Mutter telefonieren will.

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