Bennos Onkel ist nicht aufzufinden. Ich hab ihn angerufen, aber niemand geht ran. Ich bin erstmal mit der S-Bahn in die Gegend gefahren. Ich musste an der Sternschanze umsteigen. Hamburg gefällt mir, viel sauberer als Berlin und ein bisschen ruhiger, obwohl ich eigentlich mag, das Berlin nicht so ist. Bennos Onkel wohnt in einem Haus über einem portugiesischen Lokal, in dem ordentlich Betrieb war. Ich hab bei Welker geklingelt. Armin Welker. Aber niemand hat geöffnet. Ich hab auf ein paar andere Klingeln gedrückt, um ins Haus zu kommen. War schön kühl drin. Der Fussboden sieht aus wie ein Schachbrett. Schwarz-Weisse Mosaikkacheln. Obwohl der Boden einigermassen sauber ist, sieht alles ein bisschen runtergerockt aus. Ich bin die Treppe hoch, aber ich hatte ja keine Ahnung in welches Stockwerk ich muss. Seine Tür ist eine ohne Namen. Davon gibt’s mehrere, deswegen bin ich nicht ganz sicher. Ich hab mich einen Moment auf die Treppe gesetzt, weil ich dachte, vielleicht kommt er ja gleich wieder, als hinter mir eine der Wohnungstüren aufging. Ein grosser Mann mit Jeans und Halbglatze hat sich an mir vorbeigedrängt. Ich hab ihn gefragt, ob er Armin gesehen hat. Er hat den Kopf geschüttelt, gesagt das er ihn kennt. Aber seit ein paar Tagen sei er schon nicht mehr da gewesen. Er wollte wissen wer ich bin. Sein Neffe, hab ich gesagt. Armin sei mein Onkel. Der Mann hat gegrinst. Schon der zweite Neffe, hat er geantwortet. Der Zweite?, hab ich gefragt. Ja, es war vor kurzem noch einer hier. Benno, hiess er. Fuck, das gibt’s nicht.