Paolo raucht Ganja und bewacht das Gebäude

Posted in Daniel on März 6th, 2010 by vermisst

Heute ist ein besonderer Tag in Sizilien. Ich fahr mit meinem Vater und ein paar anderen aus der Familie in den Norden. Es ist der Tag der schwarzen Madonna. Eine schwarze Maria-Statue auf einem Felsen an der Küste. Angeblich vollbringt die Mutter Gottes heute Nacht hier ein Wunder. Read more »

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Wenn Toni richtig getankt hat besitzt er den Charme eine Tourettekranken

Posted in Daniel on Februar 19th, 2010 by vermisst

Ich hab seit gestern nichts mehr von Toni gehört. Scarlett hat mir gestern ne SMS geschrieben und wenn ich genau überlege hab ich ihn schon seit vorgestern nicht mehr gesehen. Da ist er schwer „angeschossen“ durch einen Club marschiert. Read more »

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Sie machen grade Tests mit RaffRaffs Gehirn

Posted in Daniel on Oktober 6th, 2009 by vermisst

Niemand weiss was mit RiffRaff passiert ist. Er liegt im Krankenhaus. Die Ärzte haben ihn in die neurologische Abteilung verlegt. Er ist nicht ansprechbar, obwohl er bei Bewusstsein ist. Die Ärzte ham uns erklärt, das ein Schock die Ursache gewesen sein könnte. Ich hab schon mal nen Schock gehabt. In der Grundschule hat mich eine Oma mit ihrem Auto angefahren. Ich erinnere mich, dass ich immer denselben Satz gemurmelt hab. Ich hab niemand anderen wahrgenommen.

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Ich hab von dem toten Kollegen meines Vaters geträumt

Posted in Daniel on September 2nd, 2009 by vermisst

Ich hab knappe 11 Stunden geschlafen, bevor mich ein junger Arzt im Warteraum geweckt hat. Ich hab n ziemlich abgefuckten Traum gehabt. Dietmar is vorgekommen, der Kollege meines Vaters, der gestorben ist und den ich mit meiner Videokamera im Paketlager aufgezeichnet hab. Das war irgendwann im Juli. Ihr erinnert euch.

Ich hab geträumt, das ich im Krankenhaus aufgewacht bin, weil der Getränkeautomat plötzlich angesprungen ist. Ich dacht, da lässt sich jemand ne Cola raus, aber als ich hingekuckt hab, war niemand dort. Ich musste so fest auf die Toilette, das ich mir fast in die Hose gemacht hätte. Wahrscheinlich bin ich in Wahrheit deswegen aufgewacht. Ich geh in den Korridor runter aufs Klo. Obwohl im Krankenhaus alles weiss und sauber aussieht ekel ich mich immer ein bisschen, weil ich dran denke das hier bestimmt alles voller Bakterien ist. Ging mir schon so, als meine Oma im Krankenhaus lag. Da is mir tierisch schlecht geworden. Kranke Leute riechen anders, hat mein Vater immer gesagt. Ich glaub nicht, das diese Aussage wissenschaftlich fundiert ist. Das sind die wenigsten Aussagen meines Vaters. Ich war grad fertig, als ich von draussen wieder den Automaten gehört hab. Schickt mich ein bisschen, wenn ich dank, was ich dann geträumt hab. Sorry,  ich schreib gleich weiter. Hier ist es im Moment tierisch laut. Scheisse.

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Wundert euch nicht, falls ich heute in den Nachrichten auftauch. Ich habs einfach nicht mehr ausgehalten.

Posted in Daniel on August 10th, 2009 by vermisst

Ich bin noch nicht weg aus Berlin. Meine Mutter hat dermassen Terror geschoben, ich habs zuhause einfach nicht mehr ausgehalten. Zuerst war ich bei meiner Oma. Sie hat mir Geld zugesteckt, aber auch gesagt, dass ich wieder nach Hause gehen soll. Kann ich jetzt aber grade nicht. Meine Mutter geht mir so auf die Nerven. Das ich wie mein Vater bin und das sie immer alles fuer mich gemacht hat. So ein Scheiss. Sie kann mich mal. Ich werd nach Hamburg fahren obs ihr passt oder nicht. Und darum geht’s eigentlich auch gar nicht. Mir laeuft nur langsam sie Zeit weg. Ich hab mir von Patrick ein Zelt ausgeliehen und will in der Naehe im Wald pennen. Da gibt’s den Taunstein, eine alte Burg. In den letzten Tagen wars ziemlich warm. Deswegen kann ich’s glaub ich riskieren. Die Burg ist eine Ruine. Eigentlich besteht sie nur aus einem einzigen Felsen, der vom Burgfried, dem Hauptturm der Burg stammt. Man sieht ihn erst, wenn man kurz davor steht. Ich hoff nur, das ich keiner Wildsau begegne. Ich hab meinen Laptop dabei und stell hier gleich mein Zelt auf. Ich werd mal ein Foto machen und es sobald ich wieder Internet-Zugang hab hochladen. Patrick wollte sp‰ter noch vorbeikommen und mir was zu Essen bringen. Falls ich in den Nachrichten auftauch verratet mich nicht. Ich hoff, dass die Sache hier keine Blair-Witch Nummer wird. Nein, nur Spass. Ist grade nicht leicht, aber ich werds durchziehen. Ich hab immer mehr das Gef¸hl, das sich in meinem Leben was aendern muss. Das Benno abgehauen ist war ein Zeichen.

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„Ihr quält mich“ schreit er aus vollem Hals

Posted in Daniel on August 6th, 2009 by vermisst

…ich steh in einem Flur. Der Boden ist warm, als ich weitergehe. Die Umgebung kommt mir bekannt vor. Sehr bekannt. Die Angelfotos mit den Fischen an der Wand, der Rubiks Würfel auf dem Regal und die sehr niedrige Decke…ich bin mir sicher, das ich schon mal hier war. Aus dem Wohnzimmer kommen Stimmen. Auf der Couch sitzt meine Oma. Sie schüttelt den Kopf als ich reinkomm. Hab ich irgendwas gemacht? Meine Mutter kommt aus dem Kinderzimmer. Ein Telefon steht auf dem Tisch vor meiner Oma. Ein altes, mit einer Wählscheibe. Meine Oma schüttelt den Kopf. Immer wieder. Sie reibt sich die Hände. Ich glaube sie wartet, dass es klingelt. Als meine Mutter mich sieht, zwingt sie sich zu lächeln und packt mich. Sie will nicht, das ich weiterginge. Meine Oma beginnt laut zu sprechen. Ich merke, dass da noch eine Stimme ist. Aus dem Schlafzimmer. Meine Mutter hält mich fest, drückt mich und presst ihre Hände auf meine Ohren. Sie will nicht, dass ich die Stimme höre. Ich kenne die Sprache nicht. Sie klingt komisch. Meine Oma kann sie auch sprechen. Ich geh weiter. Das Schlafzimmer ist klein und es riecht komisch. ES sitzt nackt in der Ecke und zeigt mir seinen Arm, schreit und hält etwas in der Hand umklammert. Etwas blaues und grosses. Ich hab den Behälter schon mal im Auto gesehen. Die Flüssigkeit stinkt. Sie ist überall auf der Bettdecke und ich blicke in sein Gesicht, als meine Mutter mich packt. Er schreit aus vollem Hals. Er schreit. Ihr quält mich, schreit mein Vater…

Auszug aus der Kurzgeschichte „Der Flur“ von Benno Klein

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