Kopftechnisch in der Vergangenheit

Posted in Daniel on April 14th, 2010 by vermisst

RiffRaff ist schon wieder weg. Nachdem er am Wochenende wieder aufgetaucht und Malte ihn abgeholt hat ist er jetzt wieder verschwunden. RiffRaff hat einen Job. Er verteilt Reklameblättchen. Ihr wisst schon Werbung für den Supermarkt. Jedenfalls ist er gestern Abend nicht zurückgekommen und Malte hat uns Read more »

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Armin wurde erwürgt auf einem Müllplatz gefunden

Posted in Daniel on Januar 12th, 2010 by vermisst

Armin ist umgebracht worden. Die Polizei hat ihn in der Nähe seiner Wohnung in Altona gefunden. Auf einem Müllplatz. Er ist erwürgt worden. Seine Beine waren gebrochen. Vermutlich durch einen Sturz. Die genauen Umstände weiss ich auch nur aus der Zeitung und von Anita. Sie kommt diese Woche nach Hamburg um die Beerdigung zu regeln. Aus der Familie will sonst niemand was mit ihm zu tun haben. Ich darf das hier nicht sagen aber ich glaub, dass seine Brüder und Schwester aus diesem christlichen Read more »

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Seine untere Zahnreihe sieht aus wie eine Ruinenstadt

Posted in Daniel on Oktober 28th, 2009 by vermisst

Die Karre hat geklappert wie ein Besteckwagen. Das erste was ich den Typen gefragt hab war:

Wo fahren wir hin?

Er hat gegrinst und ich hab gesehen, das die untere Zahnreihe aussieht wie eine Ruinenstadt und der Rest aus Gold und Silberkronen besteht. Read more »

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Es gibt jetzt wichtigeres als den Regeln zu folgen

Posted in Daniel on Oktober 10th, 2009 by vermisst

Die Polizei sucht nach RiffRaffs Eltern. Sie wohnen in Hagen, das liegt in Westfalen und haben sich nicht zurückgemeldet. Ihr Auto ist verschwunden und die Polizei nimmt deshalb an, das sie nach Hamburg gekommen sind um ihren Sohn zu suchen. Ob sie ihn gefunden haben weiss niemand so genau. Die Beamten denken, dass es sich um einen Unfall handeln könnte. Als ich gestern im Krankenhaus war hab ich mein Handy benutzt, um RiffRaff Bennos Song vorzuspielen und er hat sich tatsächlich kurz bewegt und meine Hand gepackt. Der Arzt hat mit erklärt, dass es ein Locked-In Syndrom sein könnte.

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Eine Telefonnummer, die angeblich Benno gehört

Posted in Daniel on Oktober 7th, 2009 by vermisst

Im Tower war die Stimmung gestern nach dem Krankenhaus ziemlich unten. Wir konnten RiffRaffs Eltern nicht erreichen. Niemand hebt ab. Scarlett hat mit Heinz gesprochen, dem der Kiosk in unserer Strasse gehört. Er hat RiffRaff gesehen am Tag als es ein passiert sein muss. RiffRaff hat sich mit jemandem gestritten. Mit keinem von den Alpha-Jackets. Es war jemand in einem Auto.

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Sie machen grade Tests mit RaffRaffs Gehirn

Posted in Daniel on Oktober 6th, 2009 by vermisst

Niemand weiss was mit RiffRaff passiert ist. Er liegt im Krankenhaus. Die Ärzte haben ihn in die neurologische Abteilung verlegt. Er ist nicht ansprechbar, obwohl er bei Bewusstsein ist. Die Ärzte ham uns erklärt, das ein Schock die Ursache gewesen sein könnte. Ich hab schon mal nen Schock gehabt. In der Grundschule hat mich eine Oma mit ihrem Auto angefahren. Ich erinnere mich, dass ich immer denselben Satz gemurmelt hab. Ich hab niemand anderen wahrgenommen.

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Komisch, aber zum erstenmal seit ein paar Tagen hatt ich meine Ruhe. Es war niemand im Tower, ganz still bis auf die Autos…

Posted in Daniel on September 26th, 2009 by vermisst

Ich teil mir im Tower ein Zimmer mit RiffRaff. Es ist im dritten Stock direkt unter dem Dach. Toni hat mir eine Matratze gegeben, die noch im Keller stand. Das Zimmer kann ein bisschen Farbe gebrauchen. Ich denk das werd ich morgen übernehmen. RiffRaff musste heute im Supermarkt arbeiten, so dass ich alleine war. Kralle hat gefragt ob ich mitkomm ins Rockstock Tischkicker spielen, hab ich aber nicht gemacht. Komisch, aber zum erstenmal seit ein paar Tagen hatt ich meine Ruhe. Es war niemand im Tower, ganz still bis auf die Autos. Die kommen von der Auffahrt zur Stadtautobahn hinten bei der Brücke.

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Martin war schon mal im Knast. Deswegen hat er mit seinem 1 Zimmer Appartment kein Problem.

Posted in Daniel on August 23rd, 2009 by vermisst

Bennos Onkel liegt im Krankenhaus. Er ist auf dem Weg zur Arbeit von einem Auto überfahren worden. Eine geprellte Hüfte und eine Schürfwunde am Oberschenkel, hat mir sein Nachbar erzählt. Wir haben einen Kaffee bei ihm getrunken, als der Anruf aus dem Krankenhaus kam. Er heisst Martin und die beiden sind ungefähr zur gleichen Zeit hier eingezogen. Seine Wohnung ist ein Appartmentzimmer mit Küche im Flur. Er hat mir was von weissen Kakerlaken erzählt und ich hab sie sofort überall unter meinem Pullover gespürt. Martin war auch schon mal im Knast, deswegen sei das Appartment kein Problem für ihn hat er mir erzählt und dabei gegrinst. Ich glaub er hat gecheckt, das mich diese Information ein bisschen überfordert. Er habe niemandem was getan, meinte er dann. Jedenfalls niemanden, der nicht angefangen hätte. Irgendwie wollte ich diese Story gar nicht hören und hab auf die Uhr gekuckt. Er hat mir angeboten bei ihm zu pennen. Ich soll mich einfach wieder melden. Ich fand seinen Tonfall dabei n bisschen strange. Ich hab mich verabschiedet und geh jetzt ins Krankenhaus.

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„Ihr quält mich“ schreit er aus vollem Hals

Posted in Daniel on August 6th, 2009 by vermisst

…ich steh in einem Flur. Der Boden ist warm, als ich weitergehe. Die Umgebung kommt mir bekannt vor. Sehr bekannt. Die Angelfotos mit den Fischen an der Wand, der Rubiks Würfel auf dem Regal und die sehr niedrige Decke…ich bin mir sicher, das ich schon mal hier war. Aus dem Wohnzimmer kommen Stimmen. Auf der Couch sitzt meine Oma. Sie schüttelt den Kopf als ich reinkomm. Hab ich irgendwas gemacht? Meine Mutter kommt aus dem Kinderzimmer. Ein Telefon steht auf dem Tisch vor meiner Oma. Ein altes, mit einer Wählscheibe. Meine Oma schüttelt den Kopf. Immer wieder. Sie reibt sich die Hände. Ich glaube sie wartet, dass es klingelt. Als meine Mutter mich sieht, zwingt sie sich zu lächeln und packt mich. Sie will nicht, das ich weiterginge. Meine Oma beginnt laut zu sprechen. Ich merke, dass da noch eine Stimme ist. Aus dem Schlafzimmer. Meine Mutter hält mich fest, drückt mich und presst ihre Hände auf meine Ohren. Sie will nicht, dass ich die Stimme höre. Ich kenne die Sprache nicht. Sie klingt komisch. Meine Oma kann sie auch sprechen. Ich geh weiter. Das Schlafzimmer ist klein und es riecht komisch. ES sitzt nackt in der Ecke und zeigt mir seinen Arm, schreit und hält etwas in der Hand umklammert. Etwas blaues und grosses. Ich hab den Behälter schon mal im Auto gesehen. Die Flüssigkeit stinkt. Sie ist überall auf der Bettdecke und ich blicke in sein Gesicht, als meine Mutter mich packt. Er schreit aus vollem Hals. Er schreit. Ihr quält mich, schreit mein Vater…

Auszug aus der Kurzgeschichte „Der Flur“ von Benno Klein

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Zombies? Geister? Hätt ich mich umgedreht hätt ich gemerkt, das ich nicht allein da drin bin

Posted in Daniel on August 4th, 2009 by vermisst

Zuerst hab ich mich nicht getraut und bin ein paar Runden mit dem Hubwagen durch die Halle geheizt, aber dann konnte ich nicht anders. Eigentlich darf man die neue Halle ja noch gar nicht betreten. Aber die Türen sind nicht geschlossen. Nur das Licht ist ein bisschen gedämmt, weil noch nicht alle Halogen-Lampen angebracht sind. Obwohl der Bau so gross ist gibt es kein Echo, wegen der riesigen über 10m hohen Regale, die schon eingebaut worden sind. Ich hab den Hubwagen abgestellt und meine Kamera ausgepackt. Ich hab den Typen das letztemal ganz am anderen Ende gesehen bei der kleinen Tür mir dem grünen Notausgang-Schild darüber. Die Maschinen haben von drüben aus der Haupthalle gedröhnt, sonst wars in diesem Ding so still wie inner Pyramide. Nichts. Ich hab überhaupt nichts gesehen. Keine Geister, keine Zombies oder so…Is ja auch klar, wahrscheinlich war das irgendein Handwerker, der einfach eine grosse Ähnlichkeit mit Dietmar hatte. Ich hab kurz die Augen geschlossen und mir den Parkplatz vorgestellt, der hier früher mal war. Und den Platz, an dem Dietmars Auto gestanden hat, als er gestorben ist. Ich sags euch. Es gibt nicht unheimlicheres als die Geräusche im eigenen Kopf. Nach meinen pi mal Daumen Berechnungen war der Parkplatz, auf dem Dietmars Wagen stand ziemlich genau dort, wo die Stahltür ist, durch die er vorgestern Abend gegangen ist, nachdem er mir gewunken hat. Ich hab draufgehalten, mir einen Ruck gegeben und bin zwischen den Regalen hindurch wieder zur zweiten Tür gegangen. Hätt ich mich umgedreht, wär ich wahrhscheinlich keinen Schritt weitergegangen. Denn dann hätt ich da schon gemerkt, das ich nicht allein da drin bin.

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