Ich hatt keine Ahnung was ich die Nacht über machen soll. Es ist Sommer aber in Jeans und T-Shirt ist es trotzdem kalt.

Posted in Daniel on August 31st, 2009 by vermisst

Eigentlich wollte ich gestern Abend zurück in die Stadt und das mit dem Hostel über meinen Vater regeln, aber ich hab den letzten Bus verpasst. Ich hatt keine Ahnnung was ich machen soll. Okay, es ist Sommer, aber in Jeans und T-Shirt trotzdem ziemlich kalt. Da ist mir als ich mich umgedreht hab eine Idee gekommen. Der Bus hält bei Krankenhaus, eine Spezialklinik für Unfallopfer. Ziemlich gross, eigentlich eine Stadt für sich. Ich bin einfach reingegangen und hab mich in einen der Warteräume gesetzt. Eine Schwester hat mich irgendwann ein paar stunden später angesprochen. Ich hab ihr gesagt, das ich auf jemanden warte. Das hat sie geschluckt und ist weitergegangen. War zwar nicht unbedingt so bequem wie ein King-Size Bett, aber für ein paar Stunden gings. Krankenhäuser machen mich immer traurig. Als ich klein war musste ich mal ein paar Wochen dortbleiben, weil ich ne komische Infektion hatte, die nicht weggehen wollte. Am nächsten Morgen hab ich mich auf die Suche gemacht. Mein Ziel ist es rumzufragen, ob jemand das Mädchen aus Bennos Kalender kennt. Vielleicht hab ich Glück.

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Ob ich die letzten paar Euro in Papa-Fatis Döner-Spezial-Menü mit Getränk investieren soll….

Posted in Daniel on August 30th, 2009 by vermisst

Bergedorf. Viele Einfamilienhäuser, ein paar Hochhäuser, ein Spezialkrankenhaus. Und ein Internetcafe, in dem ich grad sitze und in dem man nicht nur surfen, sondern auch Döner essen kann. Die Frag ist, wie ich vorgehe? Bergedorf, ein Viertel indem schätzungsweise ein paar tausend Leute wohnen. Ich kanns auf die krasse Tour versuchen und das Bild rumzeigen. Aber Armin hat was von nem Wohnblock oder Hochhaus erzählt, in dem Benno hier übernachtet. Über das Mädchen weiss er nichts und nachdem er einen Streit mit Benno hatte, an dessen Ende er eins von seinen komischen Hirnmessgeräten kaputtgemacht hat, ist er verschwunden. Benno soll auch einen Job haben. Jedenfalls hat er Armin nicht um Kohle gebeten. Er wollte eigentlich nur mit ihm reden, aber Armin peilt nichts mehr. Dafür steckt er zu tief in dieser Sektenscheisse drin. Er hat mir angeboten im „Zentrum“ zu pennen. Aber das hab ich dankend abgelehnt. Wenn ich jetzt so überlege, keine so schlaue Entscheidung. Wenn meine Mutter wüsste, das ich hier rumhäng und mir überlegen muss, ob ich die letzten paar Euro in Papa-Fatis Döner-Spezial-Menü mit Getränk investiere würde sie die Polizei vorbeischicken.

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Ach ja, Benno ist heute bestimmt traurig. Oasis haben sich getrennt.

Posted in Daniel on August 29th, 2009 by vermisst

Ich hab mir Bennos Kalender noch mal vorgenommen. Ihr wisst ja davon. Den mir jemand aus Hamburg geschickt hat. Der Grund für meinen Trip. Armin hat gesagt, dass er seit ein paar Wochen nichts mehr von Benno gehört hat. Er hat ausserdem „Bergedorf“ gesagt. Dort würde Benno angeblich wohnen. Zuerst hab ichs für Schwachsinn gehalten, weil sie ihm in diesem komischen Verein die Birne weichgekocht haben. Jetzt bin ich nicht mehr so sicher, denn es passt zu ein paar Notizen in seinem Kalender. Es gibt da ein Bild von nem Mädchen und auf der selben Seite steht Bergedorf. Ich hoff, dass ich in der nächsten Woche mein erstes Video hochstellen kann. Dann werdet ihrs sehen. Dazu muss mit aber Henry, der Katzenkopf helfen, weil ich hier nur in Internetcafes im Web arbeiten kann. Ach ja, ich hab jetzt noch 11 Euronen und ein paar zerquetschte. Und morgen muss ich aus dem Hostel raus. Und meine Mutter macht Terror. Ist mit aber scheissegal.
Ach ja, Benno ist heute bestimmt traurig. Oasis haben sich getrennt.

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Das Gerät, das er an meinen Kopf angeschlossen hat war jetzt nicht unbedingt UFO-Technologie

Posted in Daniel on August 28th, 2009 by vermisst

Als ich mir das Gerät, das er an meinen Kopf anschliessen wollte angesehen hab, war schnell klar, dass es nicht unbedingt UFO-Technologie ist. Da hätt er genauso gut mit nem I-Pod messen können. Ich hab die Saugnäpfe angeklebt und bin wieder zurück ins Zimmer gegangen. Er hat einen Knopf gedrückt und kurz gewartet, dann sind Falten auf seiner Stirn aufgezogen und er hat gesagt, dass es ein erhöhter Wert sei. Ein Grossteil meiner wahren Intelligenz wird durch den elektrischen Widerstand unterdrückt. Bei Benno sei das ähnlich gewesen. Da hab ich die Beherrschung verloren. Ist ja okay, das er mich mit seinem Apparat vollabert, aber ich brauch kein Seminar. Ich will wissen was mit Benno ist. Da hat er mich angeglotzt und gesagt, das es ihm am Anfang genauso ging. Da hab ich ihm mal kurz erklärt, dass er einen Scheiss weiss. Ob er sich schon mal gefragt hat, wies seiner Schwägerin geht, deren Sohn verschwunden ist. Das hat ihn beeindruckt und er hat endlich losgelegt. Als wir fertig waren, wusste ich wo ich nach Benno suchen muss.

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Ich hab keinen Bock mir von diesem Irren das Horn rösten zu lassen

Posted in Daniel on August 27th, 2009 by vermisst

Armin hat mich angekuckt wien Auto. Dann hat er ein Gerät das nach dem alten Walkman aussah der Schublade geholt. Dort wo normalerweise der Kopfhörer drinsteckt kam ein Draht raus, der zwei Enden hatte. An jedem gab es einen Gummisaugnapf. Er hat mir das Ding in die Hand gedrückt und gefragt ob ich sie mir an die Schläfen kleben würde. Scheisse, hab ich gedacht. Der ist irre. Die würden meinen neuroelektrischen Widerstand messen, meinte er. Das Unterbewusstsein produziert diesen elektrischen Widerstand, der mich vom Denken abhalten würde. Sicher hätte ich oft Konzentrationsprobleme. Das sei bei Benno auch so gewesen. Durch „ bestimmte Techniken“ kann man diesen Widerstand abschalten und dadurch geistig stärker werden. Fuck, ich wusste nicht was ich machen sollte. Das sei wichtig. Wenn ich diesen Test gemacht habe, dann, hat er gemeint, würde er mir alles über Benno erzählen. Ich hab ihn um Bedenkzeit gebeten und mir das Gerät ausgeliehen. Bevor ich mir irgendwas an die Stirn klebe will ich wissen, was das ist. Ich hab keinen Bock mir von diesem Irren das Hirn rösten zu lassen.

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Eine Frau mit der Figur eines LKW-Fahres hat mich animiert

Posted in Daniel on August 26th, 2009 by vermisst

Das „Zentrum“ ist ein altes Fitnesstudio, das der neue Besitzer umgebaut hat. Es gibt einen grossen Raum, der mit Matten ausgelegt ist und eine Art Klassenzimmer. Und natürlich das Büro. Der Mann, der das „Zentrum“ oder die „Schule“, wie es hier alle nennen, gegründet hat heisst „David“. Keine Ahnung ob das sein richtiger Name ist. Er wohnt im „Zentrum“ und gibt dort Kurse. Ich glaub irgendeine Mischung aus Yoga, Esoterik und Scientology. Armin, Bennos Onkel hat kurz mit ihm gesprochen. Ich glaube es ging um mich. Ich hab währenddessen gewartet. Eine Frau mit der Figur eines LKW-Fahrers wollte mich zum mitmachen animieren. Ich hab gesagt ich muss auf die Toilette. Komisch an der ganzen Sache finde ich, das es in der Ecke an der Wand des Trainingsraums eine Kamera hängt. Irgendwann ist Armin wiedergekommen. Er kann sich kaum auf den Beinen halten und geht, als hätte jemand eine Metallstange in seine Wirbelsäule gesteckt. Er hat gegrinst und mich dann in den „Klassenraum“ gebeten. Da könnten wir dann über Benno reden. Die dicke Frau hat gegrinst und mir viel Glück gewünscht.

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Seine Haut sieht aus wie Leder. Ich glaub, das ist irgend sone Sektenscheisse

Posted in Daniel on August 25th, 2009 by vermisst

Ich hab mir Bennos Onkel immer grösser vorgestellt. Er trägt eine Sonnebrille, seine Haut ist braun und faltig wie gegerbtes Leder. Er hat wache Augen und einen festen Händedruck. Seine Hüfte steht wirklich schief und es hindert ihn am Laufen, aber er kommt klar. Wir haben uns kurz auf eine Bank gesetzt. Zuerst wollte er mit nicht die Wahrheit sagen, er habe nichts von Benno gehört, doch als ich ihm von seinem Nachbar erzählt hab, war er einen Moment irritiert, dann hat er sich wieder gefangen und den Kopf geschüttelt. Hier im Park wolle er nicht reden. Keine Ahnung ob er noch alle Chips auf der Platine hat. Er hat mir eine Adresse aufgeschrieben und gesagt „ich soll ins Zentrum kommen“. Da könnten wir uns in Ruhe unterhalten. Was das heisst, wollt ich wissen, aber er hat mich beschwichtigt und mit seinen Händen abgewiegelt. Im Zentrum, hat er gesagt. Dann ist er davon gewackelt. Ich glaub, das ist irgend ne Sektenscheisse. Davor hat mich Bennos Mutter gewarnt.

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Der Beutel des alten Mannes war voller Blut

Posted in Daniel on August 24th, 2009 by vermisst

Ich hab das Gefühl Armin will mir aus dem Weg gehen. Als ich im Krankenhaus angekommen bin war er nicht mehr in seinem Zimmer. Die Schwester hat mir gesagt, das er ohnehin heute entlassen werden sollte. Seine Hüfte steht ein bisschen schief, deswegen wollten sie ihn beobachten. Ich kenn ihn von einem Foto, aber ich hab keine Ahnung wie er jetzt aussieht. Meistens ist er im Park, hat mir die Schwester gesagt. Park ist gut gesagt. Das Krankenhaus sieht aus hätte jemand vier riesige Legosteine aus Beton ineinander gesteckt. In der Mitte gibt’s einen kleinen Fetzen Grün. Hier möchte ich nie hinkommen. Auf einer Bank hat ein alter, kahlköpfiger Mann gesessen, der mir zugenickt hat. Ich bin zu ihm gegangen und hab ihn gefragt, ob er einen Armin Welker kennt. Er ist abrupt aufgestanden und dabei ist ihm sein Beutel runtergefallen. Der Beutel gehört zu einem Katheter und war voller Blut. Keine Ahnung ob ihr das kennt. Aber wenn ich so was sehe, dann zieht sich bei mir alles zusammen als würde der Katheter irgendwo in mir stecken. Einem Freund von mir wurde mal einer in den Penis eingeführt, als er eine schwere Blasenentzündung hatte. Fuck, danach ist man nicht mehr der gleiche. Der alte Mann hat irgendwo ans Ende des Parks gedeutet. Ich wusste nicht was er will. Hat ein bisschen gedauert bis ich Armin dann schliesslich gefunden hab.

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Martin war schon mal im Knast. Deswegen hat er mit seinem 1 Zimmer Appartment kein Problem.

Posted in Daniel on August 23rd, 2009 by vermisst

Bennos Onkel liegt im Krankenhaus. Er ist auf dem Weg zur Arbeit von einem Auto überfahren worden. Eine geprellte Hüfte und eine Schürfwunde am Oberschenkel, hat mir sein Nachbar erzählt. Wir haben einen Kaffee bei ihm getrunken, als der Anruf aus dem Krankenhaus kam. Er heisst Martin und die beiden sind ungefähr zur gleichen Zeit hier eingezogen. Seine Wohnung ist ein Appartmentzimmer mit Küche im Flur. Er hat mir was von weissen Kakerlaken erzählt und ich hab sie sofort überall unter meinem Pullover gespürt. Martin war auch schon mal im Knast, deswegen sei das Appartment kein Problem für ihn hat er mir erzählt und dabei gegrinst. Ich glaub er hat gecheckt, das mich diese Information ein bisschen überfordert. Er habe niemandem was getan, meinte er dann. Jedenfalls niemanden, der nicht angefangen hätte. Irgendwie wollte ich diese Story gar nicht hören und hab auf die Uhr gekuckt. Er hat mir angeboten bei ihm zu pennen. Ich soll mich einfach wieder melden. Ich fand seinen Tonfall dabei n bisschen strange. Ich hab mich verabschiedet und geh jetzt ins Krankenhaus.

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Benno was here

Posted in Daniel on August 22nd, 2009 by vermisst

Bennos Onkel ist nicht aufzufinden. Ich hab ihn angerufen, aber niemand geht ran. Ich bin erstmal mit der S-Bahn in die Gegend gefahren. Ich musste an der Sternschanze umsteigen. Hamburg gefällt mir, viel sauberer als Berlin und ein bisschen ruhiger, obwohl ich eigentlich mag, das Berlin nicht so ist. Bennos Onkel wohnt in einem Haus über einem portugiesischen Lokal, in dem ordentlich Betrieb war. Ich hab bei Welker geklingelt. Armin Welker. Aber niemand hat geöffnet. Ich hab auf ein paar andere Klingeln gedrückt, um ins Haus zu kommen. War schön kühl drin. Der Fussboden sieht aus wie ein Schachbrett. Schwarz-Weisse Mosaikkacheln. Obwohl der Boden einigermassen sauber ist, sieht alles ein bisschen runtergerockt aus. Ich bin die Treppe hoch, aber ich hatte ja keine Ahnung in welches Stockwerk ich muss. Seine Tür ist eine ohne Namen. Davon gibt’s mehrere, deswegen bin ich nicht ganz sicher. Ich hab mich einen Moment auf die Treppe gesetzt, weil ich dachte, vielleicht kommt er ja gleich wieder, als hinter mir eine der Wohnungstüren aufging. Ein grosser Mann mit Jeans und Halbglatze hat sich an mir vorbeigedrängt. Ich hab ihn gefragt, ob er Armin gesehen hat. Er hat den Kopf geschüttelt, gesagt das er ihn kennt. Aber seit ein paar Tagen sei er schon nicht mehr da gewesen. Er wollte wissen wer ich bin. Sein Neffe, hab ich gesagt. Armin sei mein Onkel. Der Mann hat gegrinst. Schon der zweite Neffe, hat er geantwortet. Der Zweite?, hab ich gefragt. Ja, es war vor kurzem noch einer hier. Benno, hiess er. Fuck, das gibt’s nicht.

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